Arbeitssicherheit und GesundheitsschutzEin Gebäudereiniger - Betrieb, der ein effizientes Arbeitsschutz-Management-System nutzt, reduziert Ausfallzeiten durch Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen, stärkt die Mitarbeitermotivation und sorgt für störungsfreie Auftragsabwicklungen. Je nach Arbeitsbereich, Arbeitsort und Arbeitsmitteln, z. B. in Kliniken oder in großer Höhe an Fassaden zur Glasreinigung, treten unterschiedliche Gefährdungssituationen auf.
Welche Gefahren lauern im Alltag des Gebäudereinigers, wie können Unfälle und Erkrankungen vermieden werden? Die unterschiedlichen Handlungsfelder und Maßnahmen sollen hier kurz dargestellt werden:
Prävention durch gute Organisation ermöglichen:
- Eine gute Organisation schafft klare Verantwortungsbereiche, fehlerfreie Kommunikation und im Notfall schnelle Erste Hilfe und Rettung. Die Maßnahmen sollten ständig auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.
Gefahren entstehen durch:
- Absturz. Die Standsicherheit des Arbeitsplatzes ist vorab zu prüfen. Bei hochgelegenen Arbeitsplätzen ist auf wirksame Absturzsicherung zu achten. Kollektive Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung.
- Elektro. Die Gefahr gefährlicher Körperströme besteht. Es gilt die Vermeidung von Berühren unter Spannung stehender Teile und leitfähiger Teile, die im Fehlerfall unter Spannung stehen. Der Speisepunkt muss geklärt sein, Geräte und Leitungen regelmäßig geprüft werden.
- Reinigungsmaschinen. Ungeschützte und bewegte Maschinenteile müssen gegen Quetschen, Schneiden oder Eingezogen werden gesichert sein. Es dürfen keine sich unkontrolliert bewegenden Teile oder Maschinen zugelassen werden. Einsatzort und Nutzung nur nach Verwendungsanleitung auswählen.
- Arbeitsstoffe. Sie stellen Gefährdungen durch Einatmen oder durch Einwirkungen auf Haut und Schleimhäute dar. Möglichst sollten Ersatzstoffe verwendet werden, sowie Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisung zur Verfügung stehen.
Welche Erkrankungen/ Verletzungen treten auf?
- Durch Körperliche Belastung können Erkrankungen des Bewegungsapparats entstehen. Ergonomisch günstiges Arbeiten muss angestrebt werden, Zwangshaltungen, häufiges schweres Heben und Tragen sollen vermieden, und ergonomische Hilfsmittel eingesetzt werden.
- Die Haut wird durch Nässe, starke Verschmutzung und aggressive Hautreinigung belastet, dies gilt es möglichst zu vermeiden. Bei Umgang mit Säuren, Laugen, Lösungsmitteln, etc. muss ein Hautschutzplan erstellt werden. Mitarbeiter müssen Handschuhe tragen, sowie Hautschutz und Hautpflege betreiben.
- Verletzungen passieren durch Stolpern, Rutschen und Stürzen. Oftmals kommt es zu Kontrollverlust durch schlechte Beleuchtung. Passieren kann ein Sturz auf der Ebene, Ausrutschen durch Verunreinigung wie Öl, Fett oder einfach nur durch die feuchte Wischflotte. Stolpern, Umknicken wegen Unebenheiten oder herumliegenden Teilen sind mögliche Gefahren. Auch unter 1 m Höhe sind Fehltritte wegen unzureichender Trittfläche oder schlechtem Standplatz risikoreich. Allein 40 % der Arbeitsunfälle im Gebäudereiniger-Handwerk sind verursacht durch Stolpern, Rutschen, Stürzen. Obwohl oft durch Kleinigkeiten ausgelöst, sind die Resultate häufig schmerzvoll und kostenintensiv.
Ziel muss es sein, die Arbeitsschutzsituation in der Gebäudereinigung weiter aktiv zu verbessern, denn eine gut funktionierende Arbeitsschutzorganisation führt kontinuierlich zu einer Reduzierung der Unfallereignisse und somit auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit.
Weitere Informationen sind erhältlich bei der bgbau.
Quelle u.a. bgbau |